Dieses Jahr gingen bisher Fr. 56’859.- auf das Konto der Hans Haller-Stiftung. Darin inbegriffen sind Spenden der Hilda und Walter Motz-Hauser-Stiftung über Fr. 5′000.-, der Familien-Vontobel-Stiftung, der Gemeinde Aesch BL und der Gemeinde Freienbach über je Fr. 3′000.-, der Gemeinde Meisterschwanden, der Schule Hunzenschwil, der Mittelland-Personal AG, Radio Argovia, sowie eine Kollekte der ref. Kirchgemeinde Fahrwangen-Meisterschwan-den und der kath. Kirchgemeinde Beinwil/Freiamt. Ihnen sowie allen Spendern von Geld, Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen.
Bei der SODIS-Wasseraufbereitung konzentrieren wir uns nach wie vor auf Igarassu. Sandra dehnte ihre Aktivitäten inzwischen auf die Stadtteile Cruz de Rebouças und Tres Ladeiras aus. Als Partner gewann sie auch Quartiervereine. Die Stadt unter Bürgermeister Gésimario steht dem Projekt positiv gegenüber. Laufend erhalten wir Rückmeldungen. Das Gesundheitswesen wird sich jetzt auch stärker engagieren.
Ein Besuch in Orobo zeigte, dass SODIS dort weiterläuft. Bereits verwenden mehrere städtische Schulen mit SODIS aufbereitetes Wasser. In Barreiros überzeugte sich die Leiterin des Schulwesens von SODIS bei der Besichtigung der Kinderkrippe. Sie sagte zu, SODIS an den städtischen Schulen zu verbreiten. Wir stehen auch vor einer Zusammenarbeit mit Itamaraca. Ex-Bürgermeister Ninho (Igarassu) ist jetzt ein enger Berater des Gouverneurs von Pernambuco. Wir erwarten, dass sich Ninho für die Verbreitung von SODIS im Landesinnern einsetzt. Er ist von SODIS überzeugt.
Ein Ziel der Hans Haller-Stiftung ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Wir ermöglichen ehrlichen, arbeitsamen Leuten in der Region Recife mit einem Mikrokredit den Weg zur Selbständigkeit und somit ein grösseres Haushaltseinkommen. Das Projekt setzt hohe Anforderungen an die Beteiligten. Geld wollen alle! Unsere Vertrauensleute müssen die Spreu vom Weizen trennen. Sie müssen die Antragssteller kennen, oder von Bekannten einen guten Leumund erhalten. Auch muss das Projekt seriös und erfolgversprechend sein. Die Raten sollen realistisch sein und pünktlich an unsere Kontaktleute bezahlt werden. Die Kredite liegen zwischen R$ 500.- (Fr. 280.-) und R$ 2′000.- (Fr. 1′100.-). Wir berechnen einen Jahreszins von 10 %. Das ist für Brasilien sehr wenig und entschädigt uns etwas für das Risiko.
Vor 1 ½ Jahren erhielt Veronica Silva aus Olinda den ersten Mikrokredit der Stiftung im Betrag von R$ 1′200.-. Sie kaufte damit einen neuen Tapiocawagen. Die monatlichen Raten von R$ 60.- zahlt Veronica an unseren Partner Christoph Steiner-Oliveira (Verein ÀGUA-VIVA).
Isminia Calado sandte uns das Gesuch von Cibele Nascimento da Silva aus Cruz de Rebouças in Igarassu. Cibele verkauft seit knapp einem Jahr Kleider im Quartier. Auf den Sommeranfang (September) erhielt sie das Angebot eines Hotels am Strand von Mangue Seco (Igarassu), ihre Kleider in der Nähe anzubieten. Dafür benötigte sie einige Anschaffungen wie eine Zeltblache (Schatten), einen Tisch, sowie Stühle. Ausserdem brauchte sie einen Startvorrat an Kleidern in verschiedenen Grössen. Cibele bat um einen Mikrokredit von R$ 1′200.-, rückzahlbar in Raten à R$ 150.-. Wir bewilligten wir diesen Antrag, sandten den entsprechenden Vertrag und zahlten das Geld aus. Die erste Rate hat Cibele pünktlich zurückbezahlt.
Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Kreditanträge eingehen. Eine zweckgebundene Spende einer Schweizer Bank würde unsere Möglichkeiten erhöhen.
Erfolgsnachrichten hören wir im Bereich der Familienplanung aus Igarassu: Endlich operieren sie im städtischen Spital. Per Mitte Mai erhielten wir die Namen von 90 (!) unterbundenen Frauen. Im Juni wurden weitere 40 Frauen operiert. Erfreulich ist, dass auch eine befreundete Sozialassistentin aus Abeu e Lima von den Kapazitäten in Igarassu profitiert und Frauen und Männer dorthin schickt.
Dr. Antonio Pereira kommt noch nicht so voran, wie wir es wünschen. In Paulista ‚klemmt’ der neue Gesundheitsverantwortliche. Im April machte Dr. Antonio zu einem symbolischen Preis 11 Operationen in Camaragibe. Zusätzlich sandte er uns die Namen von einigen Frauen, die sich aufgrund dieser Referenz gegen Bezahlung unterbinden liessen. Noch macht die Stadt nicht mit. Wir müssen uns gedulden … Von Dr. Antonio erhielten wir auch die Daten von rund 30 Frauen aus Jaboatão, die er in den Jahren 2007 und 2008 unterband. Darunter sind solche, die zwischen 5 und 9 Kinder haben.
Sorgten wir uns in den Vorjahren, dass die erhaltenen Hörgeräte den Bedarf nicht decken, ist es zurzeit fast umgekehrt. Der Bedarf ist wohl da, aber noch übernehmen fast keine Städte die Kosten für die Anpassung und die Ohrinnenstücke. Auch uns fehlen zweckgebundene Spenden, mit denen wir Zeichen setzen können. Die Verhandlungen mit verschiedenen Städten (Olinda, Igarassu, Itamaraca, Vertentes, etc.) laufen.
Das Projekt mit den Brillen lassen wir einschlafen. Die Umtriebe am Zoll sind zu gross. Wieder wurde die Ware in Recife beschlagnahmt. Es kostete uns und unsere Kontaktleute Zeit, Geduld und Nerven, um die Ware auszulösen.
Die Stadt Barreiros unterbreitete uns schon länger ein Projekt für eine Vergrösserung der städtischen Kinderkrippe. Von der neuen Stadtverwaltung hörten wir nichts über die Zusammenarbeit. Mit der Direktion der Krippe beschlossen wir, die zweckgebundene Spende der Gemeinde Maur für die Renovation der bestehenden Räumlichkeiten zu verwenden. Wir stellten bei unserem Besuch vor einem Jahr fest, dass diese gar nicht kinderfreundlich sind. So liessen wir den Betonboden mit Keramikplatten decken. Die Wände wurden neu gestrichen, die Türen ersetzt. Das Resultat ist sehr erfreulich. Die Krippe sieht ganz anders aus.
Ein wichtiger Partner bei der Kinderhilfe ist der Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch). Neben den 10 Kinderpatenschaften, die wir im Vorjahr übernahmen, sammeln wir erfolgreich Spenden für den Ausbau des Oficina ÀGUA-VIVA (s. auch im ersten Abschnitt). Christoph und Leda Steiner-Oliveira leisten sehr gute Arbeit in Olinda. Das Oficina entspricht einem grossen Bedürfnis und soll vergrössert werden. Auch sehr erfolgreich ist die Abgabe von Suppe an die Kinder. Mit Christoph Steiner-Oliveira pflegen wir einen intensiven Informations- und Gedankenaustausch. Wöchentlich sendet er uns einen Bericht über seine Tätigkeit, den wir an seine Gönner weiterleiten. An Ideen – wie wir den Kindern helfen wollen – mangelt es uns nicht. Was wir verwirklichen können, hängt von den Geldmitteln ab …
In Igarassu konzentrieren wir uns zurzeit auf die Krippe von Tia Sandra sowie das Knabenheim Pão da Vida. Der gedeckte Spielplatz mit Aufenthaltsraum bei der Krippe Tia Sandra ist seit Juni im Betrieb. Es ist fast unglaublich, was für Fr. 3′000.- Materialkosten der Stadt Baden aufgestellt wurde. Auch die neuen Schlafräume bei Pão da Vida sind schon besetzt. Das Material übernahmen die Gemeinde Aesch BL sowie die Familien Vontobel-Stiftung. Anita Ilg gab uns dafür wertvolle Erfahrungen von ihrem Praktikum weiter. Isminia Calado hilft uns in Igarassu als wichtige Vertrauensperson.
Seit einigen Jahren unterstützen wir junge Fussballer in Brasilien. Wir sehen uns dabei als Vermittler zwischen den Paten und den betroffenen Jungs. Das heisst, wir stellen unsere Infrastruktur zur Verfügung, damit der Geldtransfer klappt und die Mittel (Lebensmittel, Schulgeld, Hausmiete, Transportkostenanteil, Krankenkasse, etc.) den Empfängern vollumfänglich zugute kommen. Im Moment profitieren mehrere Spieler zwischen 10 und 15 Jahren von dieser Hilfe. Waren es anfänglich nur Junioren von Santa Cruz, sind es inzwischen wegen Wechseln, neuen Kontakten und Paten Spieler von Santa Cruz, Nautico, Sport und CT Barão. Die Schule Hunzenschwil engagiert sich sehr für ihre Freunde. Mit Ostereierverkauf und Kerzenziehen sammeln die Schüler und Schülerinnen Geld für das Projekt.
Noch immer helfen wir die mausarmen Familien in Abreu e Lima. Bei der Lebensmittelverteilung begleitete uns der Journalist Jonas Keller von Tele M1. Er war von der Armut sehr beeindruckt. Filmen durfte er nicht überall. Es war zu gefährlich. Wir besuchten eine Familie neben der städtischen Kehrichtdeponie. Die Frau lebt dort mit ihren sechs Kindern. Der 4jährige Gilmar haust mit seiner älteren Schwester und seiner Mutter in einer Gasse, in der allein in diesem Jahr 5 Personen getötet wurden. Ein WC gibt es in dem ‚Loch’ nicht. Die Bewohner machen auf ein Papier, wickeln es ein und werfen es weg. Sie urinieren in einen Kessel. Die ärmliche Mahlzeit kochte auf einem Feuer in einer Büchse …
Tele M1 strahlte vom 11.-15. November eine Dokumentation über unsere Arbeit aus. Ermöglicht hat dies die mehrjährige Freundschaft mit dem Journalisten Jonas Keller und eine grosszügige zweckgebundene Spende der Mittelland-Personal AG. Eine sehr gute Plattform zur Präsentation unserer Projekte hatten wir auch bei Radio Argovia. Dank dem Gewinn beim ‚Super Summer’ durfte Hans Haller ab August viel über seine Tätigkeit in Brasilien erzählen. Das hat bereits zu erfreulichen Reaktionen geführt.
Endlich lassen wir die Stiftung auch in Brasilien registrieren. Unter dem Namen ‚Obra Beneficente Hans Haller’ wird sie ihren Sitz in Igarassu haben. Ex-Bürgermeister Ninho (Vizepräsident), Christoph Steiner-Oliveira (Kassier) und Roseli Borges von Pão da Vida (Aktuarin) bilden mit Hans Haller den Vorstand.
Patrick Bucher vom Verein Promover (www.promover.ch) erstellte für 2010 einen Kalender zum Thema ‚Ich lebe in einer Favela’. Er kostet Fr. 29.- (exkl. Verpackung und Versand) und kann auch bei uns bestellt werden. Der Erlös geht an arme Kinder im Nordosten Brasiliens.
Im Namen unserer armen Mitmenschen in Brasilien danken wir allen Spendern, Gönnern und Helfern herzlich und zählen auch weiterhin auf ihre Unterstützung.
HANS HALLER-STIFTUNG