Zwischenbericht Oktober 2009

Januar 6, 2010 von Hans Haller-Stiftung

Dieses Jahr gingen bisher Fr. 56’859.- auf das Konto der Hans Haller-Stiftung. Darin inbegriffen sind Spenden der Hilda und Walter Motz-Hauser-Stiftung über Fr. 5′000.-, der Familien-Vontobel-Stiftung, der Gemeinde Aesch BL und der Gemeinde Freienbach über je Fr. 3′000.-, der Gemeinde Meisterschwanden, der Schule Hunzenschwil, der Mittelland-Personal AG, Radio Argovia, sowie eine Kollekte der ref. Kirchgemeinde Fahrwangen-Meisterschwan-den und der kath. Kirchgemeinde Beinwil/Freiamt. Ihnen sowie allen Spendern von Geld, Naturalien und Dienstleistungen danken wir an dieser Stelle von Herzen.

Bei der SODIS-Wasseraufbereitung konzentrieren wir uns nach wie vor auf Igarassu. Sandra dehnte ihre Aktivitäten inzwischen auf die Stadtteile Cruz de Rebouças und Tres Ladeiras aus. Als Partner gewann sie auch Quartiervereine. Die Stadt unter Bürgermeister Gésimario steht dem Projekt positiv gegenüber. Laufend erhalten wir Rückmeldungen. Das Gesundheitswesen wird sich jetzt auch stärker engagieren.

Ein Besuch in Orobo zeigte, dass SODIS dort weiterläuft. Bereits verwenden mehrere städtische Schulen mit SODIS aufbereitetes Wasser. In Barreiros überzeugte sich die Leiterin des Schulwesens von SODIS bei der Besichtigung der Kinderkrippe. Sie sagte zu, SODIS an den städtischen Schulen zu verbreiten. Wir stehen auch vor einer Zusammenarbeit mit Itamaraca. Ex-Bürgermeister Ninho (Igarassu) ist jetzt ein enger Berater des Gouverneurs von Pernambuco. Wir erwarten, dass sich Ninho für die Verbreitung von SODIS im Landesinnern einsetzt. Er ist von SODIS überzeugt.

Ein Ziel der Hans Haller-Stiftung ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Wir ermöglichen ehrlichen, arbeitsamen Leuten in der Region Recife mit einem Mikrokredit den Weg zur Selbständigkeit und somit ein grösseres Haushaltseinkommen. Das Projekt setzt hohe Anforderungen an die Beteiligten. Geld wollen alle! Unsere Vertrauensleute müssen die Spreu vom Weizen trennen. Sie müssen die Antragssteller kennen, oder von Bekannten einen guten Leumund erhalten. Auch muss das Projekt seriös und erfolgversprechend sein. Die Raten sollen realistisch sein und pünktlich an unsere Kontaktleute bezahlt werden. Die Kredite liegen zwischen R$ 500.- (Fr. 280.-) und R$ 2′000.- (Fr. 1′100.-). Wir berechnen einen Jahreszins von 10 %. Das ist für Brasilien sehr wenig und entschädigt uns etwas für das Risiko.

Vor 1 ½ Jahren erhielt Veronica Silva aus Olinda den ersten Mikrokredit der Stiftung im Betrag von R$ 1′200.-. Sie kaufte damit einen neuen Tapiocawagen. Die monatlichen Raten von R$ 60.- zahlt Veronica an unseren Partner Christoph Steiner-Oliveira (Verein ÀGUA-VIVA).

Isminia Calado sandte uns das Gesuch von Cibele Nascimento da Silva aus Cruz de Rebouças in Igarassu. Cibele verkauft seit knapp einem Jahr Kleider im Quartier. Auf den Sommeranfang (September) erhielt sie das Angebot eines Hotels am Strand von Mangue Seco (Igarassu), ihre Kleider in der Nähe anzubieten. Dafür benötigte sie einige Anschaffungen wie eine Zeltblache (Schatten), einen Tisch, sowie Stühle. Ausserdem brauchte sie einen Startvorrat an Kleidern in verschiedenen Grössen. Cibele bat um einen Mikrokredit von R$ 1′200.-, rückzahlbar in Raten à R$ 150.-. Wir bewilligten wir diesen Antrag, sandten den entsprechenden Vertrag und zahlten das Geld aus. Die erste Rate hat Cibele pünktlich zurückbezahlt.

Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Kreditanträge eingehen. Eine zweckgebundene Spende einer Schweizer Bank würde unsere Möglichkeiten erhöhen.

Erfolgsnachrichten hören wir im Bereich der Familienplanung aus Igarassu: Endlich operieren sie im städtischen Spital. Per Mitte Mai erhielten wir die Namen von 90 (!) unterbundenen Frauen. Im Juni wurden weitere 40 Frauen operiert. Erfreulich ist, dass auch eine befreundete Sozialassistentin aus Abeu e Lima von den Kapazitäten in Igarassu profitiert und Frauen und Männer dorthin schickt.

Dr. Antonio Pereira kommt noch nicht so voran, wie wir es wünschen. In Paulista ‚klemmt’ der neue Gesundheitsverantwortliche. Im April machte Dr. Antonio zu einem symbolischen Preis 11 Operationen in Camaragibe. Zusätzlich sandte er uns die Namen von einigen Frauen, die sich aufgrund dieser Referenz gegen Bezahlung unterbinden liessen. Noch macht die Stadt nicht mit. Wir müssen uns gedulden … Von Dr. Antonio erhielten wir auch die Daten von rund 30 Frauen aus Jaboatão, die er in den Jahren 2007 und 2008 unterband. Darunter sind solche, die zwischen 5 und 9 Kinder haben.

Sorgten wir uns in den Vorjahren, dass die erhaltenen Hörgeräte den Bedarf nicht decken, ist es zurzeit fast umgekehrt. Der Bedarf ist wohl da, aber noch übernehmen fast keine Städte die Kosten für die Anpassung und die Ohrinnenstücke. Auch uns fehlen zweckgebundene Spenden, mit denen wir Zeichen setzen können. Die Verhandlungen mit verschiedenen Städten (Olinda, Igarassu, Itamaraca, Vertentes, etc.) laufen.

Das Projekt mit den Brillen lassen wir einschlafen. Die Umtriebe am Zoll sind zu gross. Wieder wurde die Ware in Recife beschlagnahmt. Es kostete uns und unsere Kontaktleute Zeit, Geduld und Nerven, um die Ware auszulösen.

Die Stadt Barreiros unterbreitete uns schon länger ein Projekt für eine Vergrösserung der städtischen Kinderkrippe. Von der neuen Stadtverwaltung hörten wir nichts über die Zusammenarbeit. Mit der Direktion der Krippe beschlossen wir, die zweckgebundene Spende der Gemeinde Maur für die Renovation der bestehenden Räumlichkeiten zu verwenden. Wir stellten bei unserem Besuch vor einem Jahr fest, dass diese gar nicht kinderfreundlich sind. So liessen wir den Betonboden mit Keramikplatten decken. Die Wände wurden neu gestrichen, die Türen ersetzt. Das Resultat ist sehr erfreulich. Die Krippe sieht ganz anders aus.

Ein wichtiger Partner bei der Kinderhilfe ist der Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch). Neben den 10 Kinderpatenschaften, die wir im Vorjahr übernahmen, sammeln wir erfolgreich Spenden für den Ausbau des Oficina ÀGUA-VIVA (s. auch im ersten Abschnitt). Christoph und Leda Steiner-Oliveira leisten sehr gute Arbeit in Olinda. Das Oficina entspricht einem grossen Bedürfnis und soll vergrössert werden. Auch sehr erfolgreich ist die Abgabe von Suppe an die Kinder. Mit Christoph Steiner-Oliveira pflegen wir einen intensiven Informations- und Gedankenaustausch. Wöchentlich sendet er uns einen Bericht über seine Tätigkeit, den wir an seine Gönner weiterleiten. An Ideen – wie wir den Kindern helfen wollen – mangelt es uns nicht. Was wir verwirklichen können, hängt von den Geldmitteln ab …

In Igarassu konzentrieren wir uns zurzeit auf die Krippe von Tia Sandra sowie das Knabenheim Pão da Vida. Der gedeckte Spielplatz mit Aufenthaltsraum bei der Krippe Tia Sandra ist seit Juni im Betrieb. Es ist fast unglaublich, was für Fr. 3′000.- Materialkosten der Stadt Baden aufgestellt wurde. Auch die neuen Schlafräume bei Pão da Vida sind schon besetzt. Das Material übernahmen die Gemeinde Aesch BL sowie die Familien Vontobel-Stiftung. Anita Ilg gab uns dafür wertvolle Erfahrungen von ihrem Praktikum weiter. Isminia Calado hilft uns in Igarassu als wichtige Vertrauensperson.

Seit einigen Jahren unterstützen wir junge Fussballer in Brasilien. Wir sehen uns dabei als Vermittler zwischen den Paten und den betroffenen Jungs. Das heisst, wir stellen unsere Infrastruktur zur Verfügung, damit der Geldtransfer klappt und die Mittel (Lebensmittel, Schulgeld, Hausmiete, Transportkostenanteil, Krankenkasse, etc.) den Empfängern vollumfänglich zugute kommen. Im Moment profitieren mehrere Spieler zwischen 10 und 15 Jahren von dieser Hilfe. Waren es anfänglich nur Junioren von Santa Cruz, sind es inzwischen wegen Wechseln, neuen Kontakten und Paten Spieler von Santa Cruz, Nautico, Sport und CT Barão. Die Schule Hunzenschwil engagiert sich sehr für ihre Freunde. Mit Ostereierverkauf und Kerzenziehen sammeln die Schüler und Schülerinnen Geld für das Projekt.

Noch immer helfen wir die mausarmen Familien in Abreu e Lima. Bei der Lebensmittelverteilung begleitete uns der Journalist Jonas Keller von Tele M1. Er war von der Armut sehr beeindruckt. Filmen durfte er nicht überall. Es war zu gefährlich. Wir besuchten eine Familie neben der städtischen Kehrichtdeponie. Die Frau lebt dort mit ihren sechs Kindern. Der 4jährige Gilmar haust mit seiner älteren Schwester und seiner Mutter in einer Gasse, in der allein in diesem Jahr 5 Personen getötet wurden. Ein WC gibt es in dem ‚Loch’ nicht. Die Bewohner machen auf ein Papier, wickeln es ein und werfen es weg. Sie urinieren in einen Kessel. Die ärmliche Mahlzeit kochte auf einem Feuer in einer Büchse …

Tele M1 strahlte vom 11.-15. November eine Dokumentation über unsere Arbeit aus. Ermöglicht hat dies die mehrjährige Freundschaft mit dem Journalisten Jonas Keller und eine grosszügige zweckgebundene Spende der Mittelland-Personal AG. Eine sehr gute Plattform zur Präsentation unserer Projekte hatten wir auch bei Radio Argovia. Dank dem Gewinn beim ‚Super Summer’ durfte Hans Haller ab August viel über seine Tätigkeit in Brasilien erzählen. Das hat bereits zu erfreulichen Reaktionen geführt.

Endlich lassen wir die Stiftung auch in Brasilien registrieren. Unter dem Namen ‚Obra Beneficente Hans Haller’ wird sie ihren Sitz in Igarassu haben. Ex-Bürgermeister Ninho (Vizepräsident), Christoph Steiner-Oliveira (Kassier) und Roseli Borges von Pão da Vida (Aktuarin) bilden mit Hans Haller den Vorstand.

Patrick Bucher vom Verein Promover (www.promover.ch) erstellte für 2010 einen Kalender zum Thema ‚Ich lebe in einer Favela’. Er kostet Fr. 29.- (exkl. Verpackung und Versand) und kann auch bei uns bestellt werden. Der Erlös geht an arme Kinder im Nordosten Brasiliens.

Im Namen unserer armen Mitmenschen in Brasilien danken wir allen Spendern, Gönnern und Helfern herzlich und zählen auch weiterhin auf ihre Unterstützung.

                                                                                               HANS HALLER-STIFTUNG

Paten für Ramon (Nautico Recife)

Dezember 30, 2009 von Hans Haller-Stiftung

Fabiano Ramon dos Santos Fernandes genannt ‚Ramon’
Geboren: 2.12.1998
Geschwister: 3 Schwestern im Alter von 9, 4 und 2 Jahren
Vater: Fabiano, starb an einem Hirnschlag als Ramon 7jährig war
Mutter: Rogéria, sie erlitt diesen Sommer einen Unfall und kann seither die rechte Hand nicht mehr richtig gebrauchen. Die 5köpfige Familie lebt von einer Witwen- und Invalidenrente. Das Geld reicht nicht. 
Wohnort: Mietwohnung in Maranguape 0, Paulista PE, einem armen und gefährlichen Quartier.
Schule: Ramon besucht die 4. Klasse einer öffentlichen, städtischen Schule. Eine Privatschule in der Nähe kostet R$ 65.- (Fr. 38.-) pro Monat. Zu Beginn des Schuljahres (Januar) fallen Kosten von R$ 285.- (Fr. 170.-) für Einschreibegebühr, Uniform, Bücher, etc. an. 
Gesundheit: Der Junge ist für sein Alter klein und schmächtig. Er ist nicht gut ernährt eine Unterstützung mit Nahrungsmitteln für ihn uns seine Schwestern wäre sehr willkommen. Mit Fr. 50.- pro Monat könnte man der Familie helfen.
Fussball: Ramon ist ein begeisterter und talentierter Fussballer. Seit einigen Monaten trainiert er mit seinen Alterskollegen bei Nautico. Verschiedentlich kann er nicht ins Training, weil seine Mutter das Geld für den Bus nicht hat. Da Ramon noch nicht alleine fahren kann, braucht er eine Begleitperson. Die Fahrt Hin- und Zurück kostet für 2 Personen R$ 11.- (Fr. 6.50). Bei zwei Trainings pro Woche macht das monatlich ca. R$ 88.-, was Fr. 52.- entspricht.
Mit Fr. 140.- pro Monat kann man den jungen Fussballer helfen. Selbstverständlich sind auch Teilbeträge willkommen.

Mikrokredite

August 14, 2009 von Hans Haller-Stiftung

Ein Ziel der Hans Haller-Stiftung ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Wir wollen ehrlichen, arbeitsamen Leuten in der Region Recife mit einem Mikrokredit den Weg zur Selbständigkeit und somit ein grösseres Haushaltseinkommen ermöglichen. Das Projekt setzt hohe Anforderungen an die Beteiligten. Geld möchten alle! Unsere Vertrauensleute müssen die Spreu vom Weizen trennen. Sie müssen die Antragssteller kennen, oder von Bekannten einen guten Leumund erhalten. Auch muss das Projekt seriös und erfolgversprechend sein. Die Raten sollen realistisch sein und pünktlich an unsere Kontaktleute bezahlt werden. Die Kredite liegen zwischen R$ 500.- (Fr. 280.-) und R$ 2′000.- (Fr. 1′100.-). Wir berechnen einen Jahreszins von 10 %. Das ist für Brasilien sehr wenig und entschädigt uns etwas für das Risiko.

Am 20.5.2008 erhielt Veronica Silva aus Olinda den ersten Mikrokredit der Stiftung im Betrag von R$ 1′200.-. Sie kaufte damit einen neuen Tapiocawagen. Tapioca ist eine im Nordosten beliebte Zwischenmahlzeit in der Form von Crêpe aus Kokosfleisch und andern Zutaten. Seit Anfang Juli 2008 zahlt Veronica monatlich R$ 60.- an unseren lokalen Partner Christoph Steiner-Oliveira (Verein ÀGUA-VIVA).

Aufgrund der guten Erfahrungen suchten wir weitere Kreditnehmer. Aus dem Umfeld von Christoph Steiner-Oliveira ergab sich bisher nichts erfolgversprechendes. Zu unsicher erschienen ihm die Projekte aber auch die Antragsteller. Wir verzichten lieber auf Kreditgewährungen, als dass wir ein zu grosses Risiko eingehen.

Vor einigen Monaten sprachen wir Isminia Calado in Igarassu auf das Projekt an. Auch sie war sich sofort der Verantwortung bewusst. Als Einheimische und städtische Finanzverwalterin kennt sie die Leute und weiss, wer vertrauens- und kreditwürdig ist.

Am 13.8.2009 sandte sie uns das Gesuch von Cibele Nascimento da Silva aus Cruz de Rebouças in Igarassu. Cibelle verkauft seit knapp einem Jahr Kleider im Quartier. Auf den Sommeranfang (September) erhielt sie das Angebot eines Hotels am Strand von Mangue Seco (Igarassu) ihre Kleider in der Nähe anzubieten. Dafür benötigt sie einige Anschaffungen wie eine Zeltblache (Schatten), einen Tisch, sowie Stühle. Ausserdem braucht sie einen Startvorrat an Kleidern in verschiedenen Grössen. Cibelle bat um einen Mikrokredit von R$ 1′200.-, rückzahlbar in Raten à R$ 150.-. Nach Rücksprache mit Isminia Calado bewilligten wir diesen Antrag und sandten den entsprechenden Vertrag.

Mit den eingegangenen Raten von Veronica und Cibele zahlten wir im November R$ 1′300.- an Josefa Lopes in Igarassu aus. Davon kaufte sie einen Tiefkühler. Sie lagert dort Muscheln und andere Meeresfrüchte, die sie weiterverkauft. Sie wird Raten à R$ 130.- zurückzahlen.

Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Kreditanträge eingehen. Eine zweckgebundene Spende einer Schweizer Bank würde unsere entspechenden Möglichkeiten erhöhen …

Familienplanung

Mai 29, 2009 von Hans Haller-Stiftung

Wir erhielten vom städtischen Spital in Igarassu einen Riesenaufsteller:

Endlich führen sie dort regelmässig Unterbindungen durch. Seit 2002 erhielten wir folgende Rückmeldungen:

2002 2 Frauen

2003 13 Frauen, 2 Männer

2004 14 Frauen

2005 12 Frauen, 3 Männer

2006 8 Männer

2007 5 Frauen, 3 Männer

2008 57 Frauen, 14 Männer

2009 bis 15.5. 90 Frauen!!!

Wöchentlich nehmen die Ärzte an 1 – 2 Tagen Unterbindungen vor. Vasektomien sind geplant. Der zuständige Arzt ist inzwischen Direktor des Spitals und kommt daher nicht mehr so viel zum operieren.

Am 15.5. gebar die 22jährige Amanda Batista die Zwillinge Gabriel und Miguel. Amanda hatte vorher schon 3 Kinder. Nach dem Kaiserschnitt machten die Ärzte eine Unterbindung. 

Wir gratulierten dem Spital und dem Bürgermeister von Igarassu für diese Leistung. Eine Angestellte des Spitals bestätigte uns, dass es so weiter geht.

Recife 6.9.-28.9.2008

Oktober 10, 2008 von Hans Haller-Stiftung

8.9. Besuch bei Christoph und Leda Steiner-Oliveira im Oficina Àgua-Viva in Olinda. Im Oficina erhalten Kinder aus dem Patenschaftsprojekt Stützunterricht. Der Raum ist einfach, aber sauber und zweckmässig eingerichtet. Die Kinder sind konzentriert an der Arbeit. Die Lehrerin Paula strahlt eine Wärme aus und zeigt viel Geduld mit ihren Schützlingen. Mit dem Oficina erfüllen wir ein Bedürfnis.

Später erscheinen einige unserer 10 Patenkinder mit ihren Müttern zum Fototermin.

Mit Christoph Steiner-Oliveira führe ich ein interessantes Gespräch. Wir diskutieren Zukunftspläne.

Auf der Rückfahrt sehen wir in Janga eine Wahlveranstaltung von Yves Ribeiro. Spontan steigen Neto und ich aus und fragen nach dem Bürgermeister. Einige Minuten später trifft er tatsächlich ein. Er umarmt mich freudig. In dem Lärm können wir leider nicht mehr miteinander sprechen.

11.9. Mit Renata fahre ich zuerst zu Dr. Florian Scherz. Mit dem Anwalt besprechen wir die Pendenzen und bedanken uns für die sehr gute Zusammenarbeit.

Anschliessend bringen wir die Hörgeräte zur Televox. Das Projekt mit den Hörgeräten läuft sehr gut. Mit Patricia planen wir, wie wir vermehrt defekte Hörgeräte reparieren lassen wollen.

Probleme bereitet uns nach wie vor die Stadt Paulista. Die zuständige Direktorin im Sozialamt sabotiert unser Projekt, wo sie kann. Unsere Beschwerden drangen offensichtlich nicht bis zu Bürgermeister Yves Ribeiro.

Nach den Wahlen werden wir mit weiteren Städten Kontakt aufnehmen und unsere Zusammenarbeit anbieten.

12.9. Zusammen mit Renata, Tamara und Isabel fahre ich nach Igarassu. Es geht vor allem um den Besuch von Kindern, um Tamara und Isabel eine Freude zu bereiten. Zuerst heisst uns Sandra in ihrer Krippe willkommen. Anschliessend geht es in die städtische Krippe Tia Jane. Im Kloster Santo Antonio stellen wir fest, dass der neue Essensraum geschlossen ist. Das Dach ist undicht. Die starken Regenfälle machen Renovationsarbeiten notwendig. Die Oberin sucht nach Gönnern …

Zum Mittagessen fahren wir zum Knabenheim Pão da Vida. Dort weihen wir offiziell den Essensraum ein, für den wir mit einer Spende der ref. Kirchgemeinde Erlinsbach das Material kauften. Bürgermeister Ninho und andere Behördenvertreter sind auch anwesend. – Vor dem Essen sitze ich mit Vertretern von COMDICA (Rat für Verteilung der städtischen Sozialmittel) zusammen und frage nach dem entsprechenden Heim für Mädchen. Wegen der bevorstehenden Komunalwahlen verzögert sich alles. Man stellt mir jedoch per Ende Oktober ein erstes Rohprojekt in Aussicht.

Bei Pão da Vida fühle ich mich sofort heimisch. Jameson und Roseli leben für ihr Projekt. Anita Ilg aus Winterthur wird dort am 10.10. für einige Monate als Voluntärin tätig sein. Ich bin überzeugt, dass es ihr gefallen wird.

Abschliessend besuchen wir die Kinderkrippe Tia Emocy. Isabel und Tamara lassen dort ihre Mutterinstinkte aufleben, indem sie die Kleinkinder auf die Arme nehmen und sie herzen.

13.9. Nachts besuchen wir in Abreu e Lima ein Forrokonzert. Wir treffen einige Mitarbeiterinnen des Sozialamtes.

16.9. Igarassu; nach der Ankunft gehe ich mit Isminia die Pendenzen durch. Am Telefon erklärt mir Gesimario, dass er nach seiner allfälligen Wahl zum Bürgermeister die Zusammenarbeit mit uns fortführen und sogar verbessern werde.

In der Krippe von Tia Sandra erwartet mich das Orchester der Schule Cécilia Ribeiro. Diese Jugendlichen besuchen mit Sandra wöchentlich die Familien im Quartier und den angrenzenden Stadtvierteln und propagieren die SODIS-Wasseraufbereitung. Vom Geld, das wir ihnen zahlen, kaufen sie Musikinstrumente. – Wie mir die Verantwortlichen erklären, ist das Orchester sehr wichtig, um die Heranwachsenden von der Strasse zu holen. Bei ihrem Konzert sehe ich, mit welcher Hingabe sie sich der Musik widmen. Mit relativ wenig finanziellen Mitteln unterstützen wir so diese Blasmusik und gleichzeitig die SODIS-Wasseraufbereitung.

Ein 11jähriger Knabe fällt mir auf. Er wirkt traurig. Offensichtlich hat er schon viel gelitten. Sandra erklärt, dass ihn seine Mutter oft auf die Strasse schickte. Dort rauchte er bereits. Mit der Eingliederung ins Orchester soll er Halt und ein Umfeld finden. Seine kleine Schwester besucht die Krippe von Tia Sandra.

Im städtischen Spital bedanke ich mich bei Maruza für die gute Zusammenarbeit und die regelmässigen Berichte betreffend Unterbindungen und Vasektomien.

17.9. Um 08.00 Uhr soll mich das Auto aus Barreiros abholen. Bis der Fahrer eintrifft, ist es 10.00 Uhr. Ich bin nahe dran, auf die Reise zu verzichten. Ähnlich ergeht es Christoph und Leda Steiner-Oliveira, die wir ab Olinda mitnehmen. Als wir in Barreiros ankommen, ist es schon fast Mittag. Immerhin sind Bürgermeister Cleto Gilberto und seine Frau Socorro anwesend. Sie haben ihr Programm umgestellt. Geplant ist ein Besuch an einer Schule mit einem Vortrag über die SODIS Wasseraufbereitung. Die Direktorin lässt jedoch mitteilen, dass sie die Schüler und die Erwachsenen wegen der Verspätung nach Hause lassen musste …

In der städtischen Krippe sind die Kinder auch schon weg. Wir überzeugen uns, dass unser gespendetes Material (Tiefkühler, Waschmaschine, Kochherd, Matratzen, etc.) im Einsatz ist. Auch von den neuen Duschen/WC’s schiesse ich einige Fotos. Patricia bekräftigt, dass sie nur mit SODIS aufbereitetes Wasser verwenden.

Zum Mittagessen fahren wir nach São José da Corão Grande. Anschliessend überqueren wir die Grenze zum Bundesstaat Alagoas. Bei Patricia und Luigi geniessen wir einen Wein und Kaffee.

Vor der Rückreise nach Recife erledige ich mit Lucila einige administrative Sachen. Statt einem Arbeitstag hat es nun nur einen Vergnügungsausflug nach Barreiros gegeben. Aber mit solchen Überraschungen muss man in Brasilien leben können.

19.9. Ich nehme an einer Wahlveranstaltung von Gesimario in Igarassu teil. Obwohl ich mich normalerweise politisch nicht einmische, liegt mir an einer Weiterführung der Zusammenarbeit mit den Behörden. In Igarassu begann diese mit Yves Ribeiro, kam zu Ninho und jetzt hoffentlich zu Gesimario. Auch ein Teil der Kadermitarbeiter blieb und bleibt gleich, zum Beispiel Isminia Calado. Deshalb habe ich mich anerboten, mich für die Wahl einzusetzen. Wie üblich beginnt die Veranstaltung verspätet. Rund 2′000 Personen marschieren durch Cruz de Rebouças zum dortigen Platz. Ich begrüsse verschiedene Freunde und Bekannte. Ninho und Gesimario bedanken sich für meine Anwesenheit. Auf der Bühne sprechen zuerst Vertreter der Partei aus der nationalen Politik anschliessend drängen alle möglichen Stadtratkandidaten ans Rednerpult. Mich stellt der Sprecher vor und erklärt, dass ich Gesimario unterstütze. Nach meinem kurzen Auftritt kehre ich nach Janga zurück.

21.9. Dr. Damião holt die Brillen ab, um sie bei der Fundação Altino Ventura abzugeben. Er lädt uns spontan zu einem Ausflug in den Club Pica Pau Amarelo ein. Die Kinder geniessen den Sonntag sehr.

Am Abend esse ich mit Dr. Atonio Pereira. Wir sprechen über unsere Projekte im Bereich der Familienplanung.

22.9. Mit Renata fahre ich nach Abreu e Lima. Im Sozialamt geben wir einen weiteren Posten Brillen ab. Renata hat schon Lebensmitteltaschen eingekauft, die wir einigen armen Familien abgeben wollen.

Estefanie wartet auf uns im Rathaus. Renata hatte sie durch eine andere Familie ersetzt, nachdem sie aus Abreu e Lima weggezogen war. Sie fürchtete Racheakte von Feinden ihres Mannes, der im Gefängnis war. Jetzt war sie zurück. Die Familie litt Hunger. Um für die Kinder Lebensmittel zu besorgen, verkaufte sie vor einer Woche für R$ 50.- ihre langen Haare. – Die Not rührt mich. Spontan beschliesse ich, dass sie zwei der Lebensmitteltaschen erhalten wird. Falls wir eine der andern Familien nicht antreffen, wird diese erst einige Tage später versorgt.

Zuerst suchen wir Gilvan und seine Mutter. Die Familie ist weggezogen. Noch wissen wir nicht wohin. Zu Estefanie begleitet uns auch deren Schwiegermutter. Diese beichtet, dass ihr Sohn wieder im Gefängnis war. Er hatte ein Handy geklaut, um Nahrung für die Familie zu kaufen. Die Familie lebt sehr einfach. Estefanies Mann zeigt uns seinen narbenbedeckten Bauch. Er war offensichtlich Opfer von Messerstechereien und anderer Gewalteinwirkung. Ich rege an, dass er eine Vasektomie machen lässt.

Wir besuchen eine Familie in einer Abbruchhütte, in der sehr viele Kinder und Jugendliche bei ihrer Mutter bzw. Grossmutter vegetieren. Ich hatte die Familie schon letztes Jahr gesehen. Die Not ist immer noch gleich.

Eine andere künftige Kandidatin treffen wir nicht an. Eine Nachbarin erklärt, sie sei bei der Coiffeuse und verkaufe ihre Haare …

Beim Mittagessen treffen wir kurz Jacqueline und Chico vom Schulwesen aus Paulista.

Am Nachmittag fahre ich zur Arruda (Stadion Santa Cruz) und treffe mich mit Barão.

23.9. Ich fahre zur Televox. Sechs Personen aus Barreiros erhalten Hörgeräte. Für mich ist das eine neue Erfahrung: Als ich komme, sitzen die Leute ruhig da. Fabiana passt zuerst einem Mädchen das Hörgerät an. Durch Zeichen meldet es, dass es jetzt hört. Als der junge Mann daneben seine Hörhilfe erhält, beginnt er zu sprechen. Bei den andern verhält es sich ähnlich. Die Freude der Leute ist riesig. Sie bedanken sich überschwänglich bei mir und den Vertreterinnen der Televox. Weiteren Mitmenschen konnten wir zu mehr Lebensqualität verhelfen. Inzwischen sind es schon über 900 Leute, die gebrauchte Hörgeräte erhielten …

Am Abend essen Renata und ich mit Paco und Gerlane vom Restaurante Costa Brava in einer Churrasceria.

24.9. In Olinda treffen wir uns zu einem weiteren Gedankenaustausch mit Dr. Antonio Pereira.

25.9. Mit Darliane (Sozialamt Abreu e Lima) fahren Renata und ich zum Zahnarzt Dr. Damião. Nach der Zahnbehandlung bei Renata, zeigt Darliane ihren Bauch. Nach ihren Schwangerschaft ist dieser so hässlich, dass sie sich nicht mehr an den Strand wagt. Auch vor Männerbekanntschaften hat sie Hemmungen. Sie leidet an Komplexen. Damião fährt mit uns spontan ins Hospital Maria Lucinda. Dort besprechen wir den Fall mit dem Direktor. Er wird mit dem zuständigen Arzt sprechen und macht uns Hoffnung.

27.9. Wir treffen uns in Olinda mit Christoph und Leda Steiner-Oliveira. Beim Nachtessen sprechen wir über unsere aktuellen Projekte und über die Zukunft.

28.9. Es heisst wieder Abschied nehmen von meiner Familie und Brasilien. Wegen den bevorstehenden Wahlen erreichte ich nicht so viel wie erhofft. Aber ich konnte mich gut erholen und das Familienleben mit Renata und den Jungs geniessen.

Promover Kalender 2009

Oktober 8, 2008 von Hans Haller-Stiftung

Hans Haller-Stiftung ‚Hilfe für Brasilien‘

Röthlerstrasse 16, CH-5616 Meisterschwanden, Tel. 056 6673061 und 062 8550452

www.haller-stiftung.ch E-Mail hahaller@huggler.ch

 

 

Kalender Promover Brasil 2009

 

Liebe Freunde

 

Ab sofort könnt Ihr den Kalender Promover Brasil 2009 auch bei uns bestellen. Unsere Kontakte (Post, Mail, Telefon) seht Ihr oben. – Der brasilianische Fotograf Roberto Romulo aus Olinda stellte Patrick Bucher exklusiv eindrückliche Schwarz-Weiss-Bilder zum Thema „Hoffnung – Esperança“ zur Verfügung (siehe unten).

 

Der Preis beläuft sich auf Fr. 29.– pro Kalender (exkl. Porto und Verpackung). Die Zustellung mit Einzahlungsschein erfolgt im Oktober 2008 per Post. Der Nettoerlös (ca. Fr. 6.- Materialkosten pro Kalender) kommt den Armen in der Region Recife zugute.

 

Patrick Bucher aus Bettlach half mit den ersten beiden Kalendern bei sozialen Projekten für benachteiligte Kinder und Jugendliche in unserem Einzugsgebiet. Der Erlös des diesjährigen Kalenders kommt vor allem dem kleinen Kinderhilfswerk Àgua viva zu gut, mit dem auch wir eng zusammenarbeiten.

 

Zusätzliche Unterstützungsbeiträge sind uns immer sehr willkommen.

 

Herzlichen Dank für Eure Bestellungen!

 

                                                                                               Freundliche Grüsse

 

                                                                                               HANS HALLER-STIFTUNG

 

   

Aargauer Zeitung vom 28.5.2008

Mai 28, 2008 von Hans Haller-Stiftung

Den Menschen helfen, die ‘Dreck fressen’

Meisterschwanden Die Hans Haller-Stiftung leistet in Brasilien tatkräftige Hilfe.

Brigitte Widmer

«Die Schweizer sind sehr grosszügig und möchten Geld spenden», sagt Hans Haller Haller aus Meisterschwanden und ergänzt im selben Atemzug, «doch das Misstrauen, dass ihr Geld in falsche Hände gerät, ist genau so gross.»

Hans Haller hat vor 16 Jahren die gleichnamige Stiftung gegründet und versucht, die anvertrauten Gelder mit den Augen der Schweizer Spender zu verteilen.

Zu Beginn seiner Tätigkeit betrugen die Spenden drei- bis viertausend Franken pro Jahr. In den sechzehn Jahren seit Bestehen der Stiftung wuchsen die Spendengelder auf das Zehnfache an. Und Hans Haller ist zufrieden mit dem Erreichten. «Wir sind langsam gewachsen und das ist gut so», betont er. Ein stetiger Aufbau eines Hilfsprojektes bringt Vertrauen in Land und Politiker. Haller hat sich Zeit genommen und ein Team an brasilianischen Vertrauensleuten aufgebaut. Er selbst sieht sich als Arbeiter, der einen kleinen Beitrag für die Armen leistet.

Mit dem Geld werden Kinderkrippen ausgebaut, Heime für Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen unterstützt, Hilfestellung in Sachen Familienplanung geboten, Sodis-Wasseraufbereitung ermöglicht oder gebrauchte Hörgeräte abgegeben. «Brasilien ist ein reiches Land», sagt Hans Haller, «nur ist das Geld ungerecht verteilt.»

Gleichzeitig stellt er klar: «Ich bin kein Pestalozzi.» Mit dem ihm anvertrauten Geld versucht er mit den Behörden eine Art Handel zu treiben und stellt Bedingungen: Bietet Hans Haller einer Stadt Geräte für Physiotherapie an, so fordert er von den Verantwortlichen im Gegenzug die Einstellung und die Sicherung der Lohnkosten eines Physiotherapeuten. Seine Projekte sind nah bei der Armut. «Ich finanziere keine Computerkurse. Ich helfe lieber denen, die ‘Dreck fressen’», sagt Hans Haller sachlich.

Wichtig ist Hans Haller auch die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira vom Verein Àgua-viva. Dieser lebt vor Ort. Vor allem im Bereich der Kinderhilfe arbeiten die beiden Organisationen immer enger zusammen.

Projekte gegen Kinderarbeit

Isminia Calado, Finanzverwalterin der 90 000-Einwohner-Stadt Igarassu, nutzte ihre Reise an einen Seminarbesuch in Barcelona, um (auf eigene Kosten) auch die Schweiz zu besuchen. Seit Jahren arbeitet sie eng mit der Hans Haller-Stiftung zusammen und beschreibt die Hilfe der Stiftung als sehr wichtig. Viele brasilianische Kinder verbringen ihre Tage mit Schneiden von Zuckerrohr auf Feldern, anstatt in die Schule zu gehen. Die Stiftungsprojekte gegen Kinderarbeit helfen mit, die Heranwachsenden besser auszubilden. Auch die Finanzierung eines Essraumes im Auffangheim für Buben aus schwierigen Verhältnissen war wichtig und gibt diesen jungen Menschen eine Lebensperspektive.

Auf die Frage, wie Isminia Calado die Schweiz sieht, überlegt sie nur kurz. Sie beschreibt die Schweiz als Land der ersten Welt. Alles existiert, und muss etwas transportiert werden, so ist es rasch von einem Grenzpunkt am anderen. In Brasilien sind die Distanzen viel grösser; rein logistisch ist das viel schwieriger. Die Schweizer beschreibt sie als gut erzogen, die Brasilianer dafür fröhlicher. «Brasilianer sind unbekümmert, weil sie nicht an die Probleme von morgen denken», sagt Isminia Calado, lacht vergnügt und fügt an: «Je reicher ein Brasilianer, desto trauriger wird er.»

Ob die Hilfe der Hans Haller-Stiftung denn nicht nur ein Tropfen auf den heissen Stein sei, verneint sie entschieden. «Durch die Kontinuität der Jahre sowie das ‹Geben- und Nehmen-System› der Hans Haller-Stiftung haben die Stadtbehörden gelernt, selber mehr Verantwortung zu tragen.»

Hans Haller-Stiftung «Hilfe für Brasilien». Bankverbindung: Hypothekarbank Lenzburg, 5616 Meisterschwanden, PC 50-69-8, Konto 71808310.

@ www.haller-stiftung.ch

Aktivitäten Mai 2008

Mai 21, 2008 von Hans Haller-Stiftung

06.05. Seit über einem Jahr erhalten wir monatlich ausführliche Berichte der Televox über die abgegebenen Hörgeräte und von Glaurea Nunes über die vorgenommenen Audiometrien in Paulista. Igarassu schickte uns einen Bericht über die Entwicklung der schwerhörigen Kinder, denen wir mit Hörgeräten halfen.

12.05. Meine Tochter Tamara Haller übernimmt eine Patenschaft beim Verein ÀGUA-VIVA für den kleinen George. Ich bitte sie, auch bei ihren Kolleginnen Werbung zu machen. Noch warten viele Kinder in Olinda auf Hilfe …

13.05. Beim Projekt Pão da Vida in Igarassu beginnt der Bau des Essraumes. Das Material kauften wir dank einer Spende der reformierten Kirchgemeinde Erlinsbach. Die Stadtverwaltung Igarassu übernimmt die Arbeit. Pão da Vida betreut rund 30 Knaben aus zerrütteten familiären Verhältnissen (Gewalt, Strasse, sexuelle Ausbeutung).

13.05. Pierre-Benoît Raboud trifft sich mit Isminia Calado in Igarassu. Isminia präsentiert ihm unsere Erfahrungen mit SODIS. Er spricht mit mehrjährigen SODIS-Anwendern über deren Erfahrungen und besucht auch die Krippe von Tia Sandra, die eine grosse SODIS-Befürworterin ist.

13.05. Vom städtischen Spital Igarassu erhalten wir eine Liste über die ausgeführten Unterbindungen und Vasektomien von Mitte März bis Ende April. Es ist die zweite Liste dieser Art, die wir erhalten. Unsere langjährige Beharrlichkeit im Bereich der Familienplanung in diesem Spital zahlt sich aus.

14.05. Christoph und Leda Steiner-Oliveira fahren nach Igarassu. Sie treffen dort neben Isminia Calado die Vertreter der örtlichen COMDICA. Die COMDICA ist eine Dachorganisation in der Stadt tätiger Sozialwerke. Sie erhalten auch Unterstützung von der öffentlichen Hand. Igarassu hat mit Pão da Vida wohl ein Heim für Knaben. Es fehlt jedoch eine ähnliche Institution für Mädchen. Zurzeit sind 12 Mädchen aus Igarassu in Heimen in zum Teil weit entfernten Städten einquartiert. Wir klären ab, ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Die Vertreter der COMDICA sind von unserem Interesse begeistert. Eine neue NGO würden sie begrüssen, sie machen jedoch auch den grossen und langwierigen administrativen Aufwand aufmerksam. Christoph regt an, das Heim als ‘Filiale’ von Pão da Vida zu führen. Er und ich müssten jedoch Einsitz im Vorstand dieser Organisation haben. Jamesson wird das mit seinen Vorstandskollegen abklären. Am 29.5. vereinbaren sie eine weitere Sitzung.

Christoph und Leda Steiner-Oliveira nützen die Zeit zu einem Besuch bei der Krippe von Tia Sandra in Igarassu. Diese erklärt ihnen das Projekt eines gedeckten Spielplatzes auf ihrem Grundstück. Sie erzählt auch über ihre Erfahrungen und Ideen mit SODIS.

16.05. Per Mail stellen wir die Stiftung und die Projekte reformierten Kirchgemeinden im Kanton Aargau vor.

19.05. Veronica Silva erhält als erste einen Mikrokredit der Hans Haller-Stiftung. In diesen Bereich können wir uns nur vorwagen, dank der intensiven Zusammenarbeit mit dem Verein ÀGUA-VIVA. Christoph Steiner-Oliveira kennt teilweise Mütter betreuter Kinder seit Jahren. Im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe können wir so einzelne Familien weiterbringen. Für R$ 1′200.- (Fr. 760.-) finanzieren wir Veronica Silva einen Tapioca-Wagen (brasilianisches Fastfood). Sie wird den Kredit via Christoph Steiner-Oliveira in monatlichen Raten zurückzahlen. Ist diese erste Erfahrung gut, werden wir das Projekt weiterführen und ausdehnen. Sehr wichtig ist uns dabei die enge Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira als Partner vor Ort.

20.05. Per Mail stellen wir die Stiftung und die Projekte katholischen Kirchgemeinden im Kanton Aargau vor.

20.05. Vom kantonalen Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungsaufsicht erhalten wir die genehmigte Jahresrechnung 2007 zurück.

20.05. Die Akkustikerin Glaurea Nunes fährt mit Patricia und einer Akkustikerin der Televox nach Bezerros. Sie nehmen die Abdrücke für Ohrinnenstücke für 10 Leute aus dieser Stadt im Landesinnern. Wir kommen für diese Kosten auf. Uns liegt an einer Zusammenarbeit, bei der die Stadt in Zukunft die Kosten der Televox trägt. Wir wollen in Bezerros auch SODIS verbreiten.

23.05. Wir erhalten eine zweckgebundene Spende der Familien-Vontobel-Stiftung für die Kinderkrippe in Barreiros. In den nächsten Wochen werden wir die Dusch- und WC-Anlagen renovieren lassen.

26.05. Patricia und Graça von der Kinderkrippe bestätigen, dass sie für die Kinder nur noch SODIS-Wasser verwenden. Alle 2 – 3 Tage legen sie rund 100 PET-Flaschen an die Sonne. Die Akzeptanz sei gut. Die Betreuerinnen wenden SODIS auch zuhause an und verbreiten es in ihrer Nachbarschaft. Als nächstes planen die Verantwortlichen, die Eltern der Kinder für SODIS zu begeistern.

30.05. Spendenanfragen per Mail an rund 20 Privatbanken in der Schweiz.

30.05. Isabel Jarsetz übernimmt via uns eine Patenschaft für Arthur José beim Verein ÀGUA-VIVA. Ein weiteres Kind, dem wir helfen können.

31.05. Aus Barreiros erhalten wir sowohl von der Krippe wie auch vom Sozialwesen Listen mit Familien, die SODIS anwenden. Total sind es schon 40 Familien. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Botschaft ausbreitet.

Aktivitäten März 2008

März 31, 2008 von Hans Haller-Stiftung

02.03. Rückkehr aus Brasilien.

19.03. Endlich können wir das Material in Paulista abziehen. Patricia  holt es mit einem Lastwagen nach Barreiros. In der dortigen Kinderkrippe sind alle sehr glücklich. Bürgermeister Cleto bedankt sich umgehend persönlich.

20.03. Audiometer Paulista; der Knochenhörer war defekt. Wir fürchteten, dass die Reparatur über den Dienstweg der Stadt Paulista lange dauern könne. Die Diatec AG, Dübendorf spendete einen Ersatz, den wir umgehend per Post nach Recife schickten. Wir erwarten jetzt die Ankunft bei der Televox.

20.03. Jahresbericht; er ist druckfertig. Wir schicken ihn vorab an die Mail-Emfpänger.

21.03. Abgabe der Buchhaltung 2007 bei Marcel Notter, der die Rechnung der Stiftung prüft. Information über meinen Brasilienaufenthalt und die Neuigkeiten der Stiftung. Vorstellen des Projektes Pão da Vida mit dem gewünschten Essraum.

26.03. Jahresbericht; dieser ist inzwischen kopiert und wir können ihn verschicken.

27.03. Pão da Vida, Igarassu; dort wollen wir einen Essensraum bauen. Praktisch gleichzeitig erhalten wir die Zusagen von Bürgermeister Ninho, dass die Stadt die Arbeiten übernimmt und von der ref. Kirchgemeinde Erlinsbach, dass wir deren Spende für das Material verwenden dürfen.

28.03. Daniel Brenken (Waldhärtzz) gab in Solothurn ein Konzert. Es war ein interessanter, unterhaltsamer Abend. Daniel Brenken spendete seine Gage spontan der Hans Haller-Stiftung.

29.03. Treffen mit Pierre-Benoît Raboud in Bern; Hr. Raboud aus Sion will SODIS im Nordosten Brasiliens weiter verbreiten. Er verfügt über gute Kontakte in Rio Grande do Norte (Natal). Grundlage seiner Arbeit ist das Modell T21 des Millennium Instituts. Am 25.4. fliegt er nach Brasilien und wird sich vor Ort auch mit unseren Kontaktleuten für SODIS treffen und unterhalten.

Bericht Hans Haller-Stiftung März 2007 – Februar 2008

März 26, 2008 von Hans Haller-Stiftung

2007 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 54’466.- ein. Neben der Unterstützung durch unsere langjährigen, treuen Spender erhielten wir 2007 je Fr. 5′000.- von der Gemeinde Aesch BL (Krippe Tia Sandra/allgemein), der Ref. Kirchgemeinde Erlinsbach (Krippe Paulista), ProAudito Olten (Hörgeräte), Fr. 3′000.- der Stadt Baden (Krippe Paulista) sowie Fr. 1′000.- der Gemeinde Meisterschwanden (allgemein). Anfang 2008 berücksichtigte uns die Stadt Aarau mit Fr. 11′000.- für das SODIS-Projekt. Diesen Einnahmen stehen Auslagen von Fr. 39′351.- gegenüber. 

In den Städten Igarassu, Paulista, Abreu e Lima, Orobo und Recife verteilten wir 165 gebrauchte Hörgeräte an arme, schwerhörige Leute. Ab 1998 gaben wir über 750 gebrauchte Hörgeräte ab. Wer hätte das damals gedacht! – Seit März erhalten wir monatlich Berichte der Akkustikerin in Paulista über die Audiometrien, die sie mit dem Audiometer der Diatec AG, Dübendorf, macht. Im Jahr 2007 betreute sie so 150 Patienten. Seit August ist auch das Gerät in Abreu e Lima im Einsatz. Von dort erhalten wir jedoch keine entsprechenden Rückmeldungen. Bei einer besseren Mitarbeit der Stadtbehörden in Paulista könnten wir dort noch viel mehr erreichen. Schade! – Im März 2008 erhielten 25 Personen aus Barreiros Hörgeräte. Ausnahmsweise übernahmen wir die Kosten für die Ohrinnenstücke und die Anpassungen.

 

Mit der Ausdehnung des Projektes müssen wir vorsichtig sein, hängt sie doch vom Nachschub der Hörgeräte ab … Nach wie vor unterstützt uns die Pro Audito Schweiz sehr tatkräftig. Neben verschiedenen Hörberatungen erwähnen wir dieses Mal das Inselspital Bern besonders. Im Rahmen einer Räumaktion sandten sie uns einen Posten zum Teil neuer Hörgeräte. Seit 2008 erhalten wir auch gebrauchte Hörgeräte Kühnis Hörwelt in Heerbrugg und der Hörberatung Walter Weber in Reinach. Im Bereich der Hörhilfen gaben wir 2007 insgesamt Fr. 3′251.-  aus. Am 11.3.2008 erhielten 25 Leute aus Barreiros Hörgeräte. Die entsprechenden Kosten der Televox übernahmen wir.

 

‚Aufsteller’ sind für uns immer die Rückmeldungen, die wir erhalten. So schrieb uns vor einigen Wochen Claudio Roberto Carneiro:

 ‚Ich danke auf diesem Weg der Hans Haller-Stiftung für das Hörgerät, das ich erhalten habe. Dieses Hörgerät ist für mich von grösster Bedeutung. Vorher hatte ich Probleme auf dem Arbeitsmarkt. Ich war auch Ziel konstanter Scherze und Diskriminierung, weil ich nicht gut gehört habe. Ich fühlte mich sehr schlecht. Das Hörgerät hilft mir viel. Seit ich das Hörgerät besitze, benutze ich es. Ich hatte grosse Freude und die Gefühle übermannten mich, weil ich Geräusche wahrnahm, die ich vorher nicht hörte. So ist das Wehen des Windes für mich Musik. Es ist schön, die Vögel singen zu hören.  Ich hoffe, dass dieses Projekt nicht aufhört, hilft es doch vielen Menschen, ihr Leben zu verbessern. Wir sind wieder in die Gesellschaft integriert und können mit unseren Familien besser zusammen leben. Wenn meine Kinder mit mir sprechen, bitte ich sie, etwas leiser zu sprechen. Selbst die Tritte mit den Gummisandalen höre ich. Es bleibt mir nur zu danken, zuerst Gott dann Euch, die Ihr diese wunderbare Arbeit macht. Ich habe für mich neue Hoffnung. Es ist jetzt einfacher eine Anstellung zu finden. Gott behüte Euch alle! Auch meine Familie dankt Euch (Luiza, Buzia und Beto).’ 

Auch im Berichtsjahr übergaben wir gut 1′000 Brillen der Fundação Altino Ventura sowie den Sozialverwaltungen unserer Partnerstädte. Die Fundação Altino Ventura führte in Igarassu und Barreiros mit dem Bus Sehtests durch. Bürgermeister Cleto von Barreiros übernahm die Kosten der Gläser für rund 200 Brillen.

 

Für 2008 reduzieren wir die Hilfe für die Jungs von Santa Cruz F.C. Mit zweckgebundenen Spenden unterstützen wir noch Fabinho und zahlen die Hausmiete sowie die Schule von Romario. Im 2007 lagen unsere Auslagen für dieses Projekt bei Fr. 5′134.-.

 

Familienplanung war das erste Projekt der Stiftung. Wie wir schon verschiedentlich erwähnten, hat Brasilien in den letzten Jahren diesbezüglich grosse Fortschritte gemacht. Noch liegt vieles im Argen, aber Familienplanung ist kein Tabu-Thema mehr. Brasilien kaufte 2007 eine Milliarde Kondome ein, das entspricht einem Viertel der Weltproduktion! – Wir werden uns selbstverständlich weiterhin dafür stark machen und uns wo nötig engagieren, aber wir werden die Prioritäten etwas verlagern. Wir wollen bei all unseren Aktivitäten weniger von den Stadtverwaltungen abhängig sein. Aus Igarassu erhielten wir jetzt eine Liste mit 12 Namen. Seit November 2007 liessen sich 9 Frauen und 3 Männer im dortigen Spital unterbinden.

 

Gegen Ende 2006 kauften wir von einem Teil des Geldes des Sponsorenlaufes der Schule Hunzenschwil ein Fischerboot. In enger Zusammenarbeit mit dem Verein ÀGUA-VIVA wollten wir Jugendliche zu Berufsfischern ausbilden. Anfänglich lief das Projekt – wie in den vorherigen Berichten beschrieben – recht gut. Mit der Zeit häuften sich die Probleme: Beim Boot fielen Reparaturarbeiten an. Der Fischfang lag unter den Erwartungen. Das Vertrauensverhältnis zu Gilvan (Ausbildner/Berufsfischer) bröckelte. Im Sommer 2007 war ein Lehrling so weit, den Berufsfischerausweis zu beantragen. Das Kosten-/Nutzenverhältnis war sehr schlecht. Mit dem Umzug von Christoph Steiner-Oliveira nach Olinda stationierten wir das Boot dort. Unermüdlich mit schweizerischer Hartnäckigkeit suchte Christoph Steiner-Oliveira nach Möglichkeiten das – aus unserer Sicht – gute Projekt weiterzuführen. In Gesprächen mit Fischern lernte er, dass befriedigende Fänge weit draussen oder in Strandnähe erwartet werden dürften. Für die Hochseefischerei hätten wir weiter investieren müssen. Für die Strandnähe genügt ein Ruderboot. Die Unsicherheiten waren jedoch zu gross, erneut Geld ohne befriedigende Erfolgsaussichten einzuschiessen. Schweren Herzens entschlossen wir uns, die Übung abzubrechen und verkauften das Boot. Für das Fischerprojekt gaben wir 2007 Fr. 1′355.- aus.

 

Bei der SODIS-Wasseraufbereitung orientieren wir uns neu. Vom Gesundheitswesen des Staates Pernambuco erhielten wir trotz mehrmaligem Nachstossen keinen neuen Termin. Auch die Stadt Paulista macht nicht offiziell mit. Bis Ende 2007 erhielten wir Rückmeldungen, dass 10′000 Familien SODIS anwenden. Aufwand/Ertrag entsprachen nicht unseren Erwartungen. Unsere Mitarbeiterinnen stellten wir frei. Bei Bedarf können wir sie jedoch einsetzen. SODIS kostete uns 2007 Fr. 12′306.-.

 

Mit einem Jahr Verzögerung beginnt SODIS in Barreiros zu greifen. Bei meinem Besuch Ende Februar waren die Erfolge noch sehr bescheiden. Die vorherigen Verantwortlichen im Gesundheitswesen blockierten das Projekt. Wir brauchen viel Geduld … Ein Überraschungsbesuch in Orobo zeigte, dass die Leute dort SODIS nach wie vor anwenden. Luizinho bestätigte jedoch, dass es einen Rückgang gab. Wenn man den Leuten nicht laufend ‚aufhockt’, verflacht das Ganze.

 

Viel Freude bereitet uns die Kinderkrippe von Tia Sandra in Igarassu. Sandra ist inzwischen von ihrer Arbeit an einer städtischen Schule freigestellt. Sie erhält ihren Lohn für die Tätigkeit in ihrer Krippe. Sie dankt uns ihr Vertrauen, indem sie SODIS in ihrem Quartier verbreitet.

 

Im August schrieben wir, dass die Kinderkrippe in Paulista im Januar in Betrieb sein sollte. Wir kauften damals bei einem Ausverkauf Mobiliar (Tiefkühler, Kochherd, Matratzen, etc.). Trotz unzähliger Mails und Telefonanrufe erhielten wir keine vernünftigen Auskünfte der Stadtverantwortlichen. Die geplante Krippe ist noch nicht im Bau … Ende Januar riss unser Geduldsfaden. Wir einigten uns mit dem Bürgermeister, dass wir das Material aus Paulista wegnehmen. In der städtischen Kinderkrippe von Barreiros ist es sehr willkommen.

 

Im Bereich der Kinderhilfe entwickelt sich unsere Zusammenarbeit mit dem Verein ÀGUA-VIVA immer besser. Christoph Steiner-Oliveira hat eine ähnliche Denkweise wie wir. Als er uns vor zwei Jahren von seinen Patenschaften erzählte, fehlte uns die Nachhaltigkeit, die Hilfe zur Selbsthilfe. Mit unserer Beteiligung (Erlös Fischerboot) eröffnet er im Quartier der Patenkinder ein ‚Kreativhaus’. Dort bietet er Nachhilfe- und Stützunterricht, Kurse für Kunsthandwerk sowie Beratung (Stellen, etc.). Der Verein ÀGUA-VIVA betreut zurzeit über 100 Patenkinder. Wir übernahmen für das Jahr 2008 fünf davon. Trotzdem umfasst die Warteliste von Christoph Steiner-Oliveira immer noch mehr als 300 Kinder. Neue Paten sind sehr willkommen. Die monatlichen Kosten betragen Fr. 20.-; wir vermitteln sie gerne.

 

Für Kinderhilfe und Bildung (Schule in Abreu e Lima, Krippe Tia Sandra Igarassu, Krippe Doris Penkert, Paulista, Lebensmitteltaschen Abreu e Lima, Verein ÀGUA-VIVA, etc.) gaben wir im Berichtsjahr Fr. 11’717.- aus.

 

Leider lebt der Mensch nicht von der Liebe allein. Auch wenn man sich selbstlos für die Armen einsetzt, fallen Lebenskosten an. Christoph und Leda Steiner-Oliveira standen vor diesem Problem. Wir wollten ihre Kosten nicht in den Projekten verschwinden lassen, sondern suchten Gönner, die gezielt für sie aufkommen, damit sie sich voll ihrer Mission widmen können. Ein anonym bleibendes Ehepaar half sehr grosszügig. Wöchentlich erhalten wir von Christoph Steiner-Oliveira per Mail einen Tätigkeitsbericht, den wir weiterleiten. Monatlich zahlen wir ihm eine Rate der Spende aus. Bisher klappt das sehr gut. In der Buchhaltung 2007 haben wir Fr. 3′100.- entsprechend ausgewiesen.

 

Auch im letzten Jahr unterstützten wir die behinderte Bruna (offener Rücken) mit Medikamenten und Lebensmitteln für Fr. 923.-.

 

Bei den Unkosten weisen wir Fr. 1′565.- aus. Darin enthalten sind vor allem Bankspesen, Gebühren (Handelsregisteramt, Departement Volkswirtschaft), Berichtskopien und Transportmittel (Schachteln, Taschen). – Etwas Einsparen können wir, wenn wir Ihnen den Bericht mailen und wenn Sie Zahlungen per Internet tätigen. Falls Sie das wünschen, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung mit Ihrer Mailadresse.

 Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden.