Bericht 2011

Hans Haller-Stiftung ‚Hilfe für Brasilien‘

Röthlerstrasse 16, 5616 Meisterschwanden, Tel. 056 6673061 und 062 8550452

www.haller-stiftung.ch E-Mail hahaller@huggler.ch

Bank:   Hypothekarbank Lenzburg

5616 Meisterschwanden

PC 50-69-8, Konto 71 808 310                                 April 2011

IBAN CH37 0830 7000 0718 0831 0

Bericht Juni 2010 – März 2011

Liebe Freunde

2010 gingen auf die Konti der Hans Haller-Stiftung Fr. 70’408.- ein. Neben der Unterstützung durch unsere langjährigen, treuen Gönner erhielten wir seit dem letzten Bericht (Oktober 2010) je Fr. 5’000.-  der Roger Haus-Stiftung und der Irma Wigert-Stiftung, Fr. 2’000.- der Stadt Baden, je Fr. 1’000.- der Schule Hunzenschwil und der Bulbus Stiftung, Spenden der Walter u. Berta Gerber-Stiftung, der Diatec AG, der Leopold Bachmann-Stiftung, der Ref. Kirchgemeinde Fahrwangen-Meisterschwanden sowie der kath. Kirchgemeinde Beinwil (Freiamt).Diesen Einnahmen stehen Auslagen von Fr. 81’239.- gegenüber.

Im Februar begannen wir das Projekt ‚Glückliche Jugend’: Unzählige Kinder haben keine Familie. Sie sind Waisen oder wurden von ihren Verwandten verstossen. Viele wohlhabendere Familien ziehen solche Kinder gross. Ärmere wollen das auch, haben aber kein Geld dazu.

Wir wählen in der Region Recife verantwortungsbewusste, in der Regel alleinerziehende Mütter aus, die sich mit ihren Kindern mehr schlecht als recht durchschlagen. Wenn sie weiteren 1 – 3 Kindern eine Ersatzmutter sein wollen, ihnen Liebe, Zärtlichkeit aber auch Erziehung geben können, springen wir ein. – In Zusammenarbeit mit den Behörden vermitteln wir ihnen Kinder wie oben beschrieben und zahlen ihnen monatlich einen fixen Betrag (Kost, Logis, Entgelt) von R$ 300.- (ca. Fr. 170.-) pro Kind. Das gibt den Frauen einen Zustupf an die Haushaltskosten und den Kindern Familienanschluss mit ‚Nestwärme’.

Seit Anfang Februar leben die 15jährige Paloma und ihr Baby Pamela Tamara (27.12.2010) bei Sandra und ihrer Familie in Igarassu. Palomas Mutter muss weitere sieben Kinder von verschiedenen Vätern ernähren. Deshalb setzte sie die schwangere Tochter auf die Strasse. Der Vater der Kleinen verschwand. Paloma besucht die Schule und den Stützunterricht, sorgt für ihr Baby und hilft auch in der Kinderkrippe Tia Sandra. Bisher sind alle Betroffenen glücklich mit der Situation. Das Mädchen träumt von einer Zukunft, die es vorher nicht hatte.

Victoria (10), Gabriela (7) und Woshinton (4) wurden zu Waisen. Ihre Mutter Marta starb an AIDS. Die Grossmutter ist alt und krank. Zwei Onkels sind geistig behindert. Seit Mitte März sorgt Conceição, Sandras Schwester, für die Geschwister. Conceição ist 38jährig, geschieden, Mutter einer 12jährigen Tochter und kinderlieb. Sie hilft jeweils in der Krippe ihrer Schwester aus. Sie mietete in der Nähe ein Haus. Das befindet sich auch in Gehdistanz zum früheren Heim der Kinder. Alle drei sind HIV-negativ. Trotz dem Verlust ihrer Mutter sind die Kinder fröhlich und aufgestellt. Vor allem Victoria geniesst die neue Umgebung.

Rechtlich ist das Projekt auf einer guten Basis. Wie wir oben schrieben, fehlt es nicht an Kindern, die von einer solchen Chance träumen. Für die Kinder ist es so viel persönlicher als in Heimen oder Waisenhäusern. Schwieriger ist die Suche nach verantwortungsbewussten ‚Müttern’. Selbstverständlich hängt der Erfolg von den finanziellen Mitteln ab. Wir suchen deshalb dringend Gönner, die weiteren Kindern eine glückliche Jugend ermöglichen.

Der 11jährige Gemison besucht jetzt das 2. Jahr die Schule und die Fisiotherapie. Erste Schritte macht er bereits. Leider konnten wir uns nicht persönlich davon überzeugen, weilt er doch seit dem 11. März im Kinderspital in Recife. Nierensteine müssen herausoperiert werden. Die Tests wurden erst am 1.4. abgeschlossen.

In den Städten Igarassu, Abreu e Lima, Orobo, Itamaraca, Barreiros und Recife verteilten wir im letzten Jahr 301 gebrauchte Hörgeräte an arme, schwerhörige Leute. Seit 1998 gaben wir über 1’500 Occasions-Hörhilfen ab!

146 Hörgeräte der Bernafon AG erhielten neue Besitzer aus Paulista. Dieses Projekt läuft nach Programm.

Das Spital in Igarassu operiert wieder! Nach rund 1½jähriger Pause erhielten wir ab Dezember Listen mit unterbundenen Frauen. Die Familienplanung ist nach wie vor eines unserer Hauptprojekte. Wir werden nicht müde, unsere Partnerstädte daran zu erinnern. Auch Palomas Mutter wünschte sich eine Unterbindung. Mit 33 Jahren hat sie 8 Kinder. Wir organisierten diese in Igarassu. Sie wurde am … operiert. Auf der Warteliste sind über 300 Personen …

Die SODIS-Wasseraufbereitung läuft in Igarassu recht gut. Sandra und ihre Equipen besuchen die Familien immer wieder. Sie vergewissern sich, dass die Leute SODIS wirklich anwenden. Neu arbeitet Sandra auch mit dem Pastoral das Crianças zusammen. Wir versprechen uns dadurch eine grössere Verbreitung.

Bisher haben wir vier Mikrokredite ausbezahlt:

Über Veronica Silva, Cibele Nascimento und Josefa Lopes haben wir berichtet. Vor allem der Kleiderverkauf von Cibele entwickelt sich sehr gut. Nach der Rückzahlung des Erstkredites haben wir sie weitere 3 Mal unterstützt, damit sie die Weihnachtsgeschäfte 2009 und 2010 sowie das Johanniterfest voll ausnützen konnte. Die Zahlungen erfolgten immer pünktlich.

Ende Januar 2011 beteiligten wir uns bei Flavio Correia mit R$ 2’000.- (Fr. 1’137.-) am Kauf eines Occasions-Motorrades. Er nimmt damit für Geschäfte Auslieferungen vor und verdient auch als Mototaxi Geld. Die erste Rate zahlte er sogar früher als vereinbart …

Im Bereich der Kinderhilfe heissen unsere Partner Verein ÀGUA-VIVA (www.agua-viva.ch), Promover (www.promover.ch), Knabenheim Pão da Vida (www.paodavida.org.br) sowie die Kinderkrippe Tia Sandra.

Nach wie vor unterstützen wir arme, junge Fussballer. Neben der Schule Hunzenschwil übernehmen private Paten die Kosten dafür. Über die Entwicklung von Fabio freuen wir uns besonders. Vor fünf Jahren nahm er am Aarau-Masters teil. Seither hilft ihm seine Gotte. Fabio hat immer sehr gute Schulnoten und gibt auch sonst zu keinen Klagen Anlass. Er pflegt den direkten Kontakt mit seiner Gönnerin.

Im März fanden in Igarassu die brasilianischen Meisterschaften im Futesal der U17 statt. In der Siegermannschaft von Pernambuco standen mit Kuque, Xandé und Ruda drei Spieler, die vor 6 Jahren das Aarau-Masters gewannen.

Seit die 11jährigen Fussballer aus Recife (Santa Cruz, Nautico, CT Barão) jeweils in Hunzenschwil logieren, identifizieren sich Lehrer und Schüler mit den Gästen aus Brasilien und unterstützen einige der ärmsten von ihnen. Wert legen die Verantwortlichen dabei auf die Schulbildung und die Ernährung. Die Jungs erhalten so einen Beitrag an die Transportkosten zur Schule sowie den Lunch, den sie in die Schule mitnehmen.

Dank unseren Beziehungen zu Nautico dürfen ab jetzt 6 Jungs vom Knabenheim Pão da Vida gratis dort mitmachen.

Im Pão da Vida in Igarassu steht eine Renovation der bestehenden Schlafräume und Nasszellen an. Einen Teil der Materialkosten übernahm die Stadt Baden. Noch suchen Jameson und Roseli einen Maurer, der die Arbeiten gut und preiswert ausführt. Die Kosten soll wieder die Stadt Igarassu übernehmen.

In der Kinderkrippe Tia Sandra in Igarassu fallen Mobiliarkäufe an. Als wir das Projekt kennenlernten, betreute es 16 Kinder. Inzwischen sind es 56! So suchen wir Gönner für eine Waschmaschine, einen Kühlschrank, Ventilatoren, usw. im Totalwert von rund R$ 7’424.- (Fr. 4’400.-).  Der Verein Promover finanzierte bereits den Kochherd sowie zwei Wasserspender. Unsere Zusammenarbeit mit Sandra wird immer intensiver, s. Projekte ‚Glückliche Jugend’ und SODIS.

Die Patenschaften beim Verein ÀGUA-VIVA verlängerten wir auch für das Jahr 2011. Die Zusammenarbeit mit Christoph Steiner-Oliveira ist nach wie vor sehr gut. Wöchentlich sendet er uns einen Tätigkeitsbericht, den wir an seine Gönner weiterleiten. Er widmet sich voll seinem Lebenswerk ÀGUA-VIVA. So erhöhte sich die Zahl der Patenschaften auf über 200 Kinder. Die im Sommer 2008 eröffnete Oficina Agua-Viva (Stützunterricht, Kurse) platzte bald aus allen Nähten. Seit März ist die Oficina 2 eröffnet. Das gibt viel mehr Kapazität. Gemeinsam mit ÀGUA-VIVA suchen wir Gönner für die gestiegenen Unterhaltskosten (Lehrkräfte, Mieten, Lunch, Nebenkosten, etc.). Alleine 2011 sandten wir schon über 40 Gesuche an mögliche Geberstiftungen in der Schweiz. Leider kamen bisher noch keine Zusagen. – Gerne vermitteln wir weitere Patenschaften für Fr. 20.- pro Monat.

Wir bedanken uns im Namen der betroffenen Mitmenschen und den Kontaktpersonen in Brasilien bei allen herzlich, die zum Gelingen unseres Werkes beigetragen haben und weiter helfen werden.

HANS HALLER-STIFTUNG

Hans Haller

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